Winter 2020, Hike&Fly-Training, Crevoux-Tal, Hautes-Alpes. Damien Lacaze

Überlegungen über das Light-Material...

Der aktuelle Trend bei der Nachfrage von Piloten geht dahin, das Gewicht der Ausrüstung immer weiter zu verringern.

Sicherlich ist es wesentlich angenehmer, einen kleinen, leichten Rucksack auf dem Rücken zu tragen, als einen Hinkelstein!

Vor einigen Jahren lag das durchschnittliche Gewicht eines Gleitschirmrucksacks viel näher bei 20 kg als bei den heute weitgehend denkbaren 10 kg ...

Materialien und Techniken haben sich in den letzten Jahren erheblich weiterentwickelt. Heute haben wir ultraleichte Produkte, die wir uns vor nur 10-15 Jahren kaum hätten vorstellen können (Monoflächen, String-Gurtzeuge, XAlps-Kokon-Gurtzeuge, Rettungsschirme, Konnektoren, Kleidung usw. ...).

Light-Material scheint also der Gral zu sein, den jeder heutzutage sucht. Aber Vorsicht: Jede Medaille hat ihre Kehrseite, und leichte Ausrüstung ist keine Ausnahme. Leichtere Ausrüstung hat Vorteile, aber auch Einschränkungen, die man nicht vernachlässigen sollte, oder die man zumindest kennen und akzeptieren sollte.

Erstens: Nachhaltigkeit

Im Gegensatz zu dem, was viele Piloten denken oder sich wünschen, ist es völlig unmöglich, ein Light-Gurtzeug so stark wie ein schwereres Gurtzeug zu machen! Trotz des sehr hohen technischen Niveaus der Light-Materialien und ihrer Weiterentwicklung wird ein dünner Stoff immer noch empfindlicher sein als ein dicker Stoff.

Das Light-Material erfordert daher eine besondere Sorgfalt, um dem Material eine zufriedenstellende Lebensdauer zu bieten. Dies schließt Abrieb, Stöße, UV-Strahlung usw. ein.

Punkt Nr. 2: Der Preis!

Denn der Preis steht leider nicht im Verhältnis zum Gewicht!

Alle diese neuen Light-Materialien erfordern viel Forschungsarbeit und haben oft teurere Herstellungsverfahren als Standardmaterialien. In Verbindung mit dem Parameter "Empfindlichkeit" muss man sich darüber im Klaren sein, wie sorgfältig man mit seinem Material umgehen muss.

3. Punkt: Präzision

Einer der größten Kompromisse, die man mit einem Light-Gurtzeug im Vergleich zu einem Standard-Gurtzeug mit Sitzbrett machen muss, ist sehr wahrscheinlich die Steuerpräzision. Ultraleichte Gurtzeuge werden oft mit einer Hängemattengeometrie oder getrennten Oberschenkeln gebaut. Diese weichen Geometrien ermöglichen es nicht, die gleiche Präzision beim Einleiten von Kurven mit dem Gurtzeug zu erreichen wie bei einem Sitzbrett.

Außerdem mangelt es diesen "weichen" Geometrien an Steifigkeit, und die kleinsten Bewegungen des Piloten im Gurtzeug wirken sich sofort auf den Schirm aus. Ein eklatantes Beispiel ist die Verwendung des Beschleunigers. Wenn man ihn benutzt, erzeugen die Bewegungen des Beins (Griff an die Stange und Abstoß) eine Veränderung des Gleichgewichts des Gurtzeugs, die mit großer Wahrscheinlichkeit eine relative Verschiebung der Ankerpunkte zueinander und damit eine Kurvenfahrt des Schirmes bewirkt. Dies wird die Leistung beeinträchtigen, wenn man versucht, den Schirm einfach fliegen zu lassen, um die beste Luftmasse zu finden. Jede parasitäre Bewegung wird dem Schirm entgegenwirken. Bei einem Wettkampfgurtzeug ist es wichtig, eine gewisse Steifigkeit zu haben, um alle diese parasitären Bewegungen (die die Leistung beeinträchtigen) zu verhindern, insbesondere während der Beschleunigungsphasen.

Und schließlich eine falsche Vorstellung: Stabilität / Geometrie

Ein häufiges Missverständnis ist die Instabilität von Light-Gurtzeugen. Light-Gurtzeuge werden oft mit minimalistischen Berggurtzeugen gleichgesetzt, bei denen die beiden Oberschenkel völlig unabhängig voneinander sind und einen großen relativen Bewegungsspielraum zwischen ihnen haben. Es ist jedoch durchaus möglich, ein leichtes UND stabiles Gurtzeug zu bauen, indem man mit der Geometrie des Designs spielt.

Man muss wissen, dass sogenannte "Hängematten"-Gurtzeuge im Allgemeinen viel empfindlicher auf Rollbewegungen reagieren als Gurtzeuge mit einer "getrennten Schenkelkonstruktion". Das liegt eben an den unterschiedlichen Geometrien dieser beiden Konstruktionen.

Light-Material hat also seine Vorteile, aber auch einige Einschränkungen, die man bei der Auswahl unbedingt berücksichtigen sollte.

Wir laden Sie ein, das Interview mit Max JEANPIERRE im Podcast zu finden. (ab 01:12:24). www.cloudbasemayhem.com unseres Botschafters Gavin Mc CLURG (auf Englisch).